Feuerwehrleute gehen unFeuerwehrleute gehen unter Tage an ihre Grenzenter Tage an ihre Grenzen





17 Kameraden aus Steinfeld und Osterfeine absolvieren besondere Ausbildung im Trainingsbergwerk Recklinghausen
Dunkelheit, dichter Rauch, extreme Enge und kaum Orientierung – für 17 Kameraden der Feuerwehren Steinfeld und Osterfeine wurde der vergangene Samstag zu einem ganz besonderen Ausbildungstag. Im Trainingsbergwerk Recklinghausen konnten die Einsatzkräfte unter Bedingungen trainieren, die im normalen Feuerwehrdienst nur schwer zu simulieren sind.
Unter fachkundiger Anleitung ehemaliger Ausbilder der Grubenwehr begann der Tag mit einer anspruchsvollen Atemschutzstrecke. Die Feuerwehrleute mussten sich durch enge und verrauchte Bereiche bewegen und dabei unter Atemschutz verschiedene Aufgaben bewältigen. Schnell wurde deutlich, wie sehr die ungewohnte Umgebung nicht nur körperlich, sondern auch mental fordert. Gerade die extreme Enge stellte für einige Teilnehmer eine besondere Herausforderung dar.
Anschließend wurde es noch anspruchsvoller: In einem Stollen wurde ein Unfall an einer elektrischen Anlage simuliert. Eine Person war verletzt, gleichzeitig entstand ein Brand und der Bereich wurde stark verraucht. Mehrere Trupps rückten zur Menschenrettung und Brandbekämpfung vor.
Schon der Weg zum Einsatzort zeigte die besonderen Bedingungen unter Tage. Da der Förderkorb wegen eines angenommenen Stromausfalls nicht zur Verfügung stand, musste das benötigte Material über einen Schacht mit Seilen nach unten gebracht werden. Auch die Funkkommunikation funktionierte nicht überall. Erst durch den Einsatz von Funkverstärkern konnte eine zuverlässige Verbindung hergestellt werden.
Während der laufenden Übung kam es schließlich zu einem weiteren Notfall: Der Totmannmelder einer Einsatzkraft löste aus, anschließend war die Person über Funk nicht mehr erreichbar. Ein weiterer Trupp musste zur Suche eingesetzt werden. Nach rund 200 Metern wurde die „verunglückte“ Einsatzkraft gefunden und mit einer Schleifkorbtrage aus dem Stollen gerettet.
Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie schnell sich ein Einsatz unter Tage verändern kann. Begrenzte Ressourcen, lange Wege, schlechte Sicht und schwierige Kommunikation verlangen von den Einsatzkräften ein hohes Maß an Ausbildung, körperlicher Fitness, Konzentration und gegenseitigem Vertrauen.
Bei der anschließenden Nachbesprechung wurden die einzelnen Abläufe offen analysiert. Auch kleine Fehler wurden angesprochen – schließlich können gerade unter schwierigen Bedingungen scheinbare Kleinigkeiten schnell zu einem ernsthaften Problem werden. Viele der gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auch auf Einsätze in Tiefgaragen, Tunneln oder großen Industrieanlagen übertragen.
Nach der Übung erhielten die Feuerwehrleute bei einer Führung durch das Trainingsbergwerk außerdem interessante Einblicke in die Geschichte und Arbeitswelt des Bergbaus. Originalgetreue Maschinen und Anlagen vermittelten einen Eindruck davon, unter welchen schwierigen Bedingungen die Bergleute früher gearbeitet haben.
Ermöglicht wurde der besondere Ausbildungstag durch den Förderverein der Feuerwehr, der die Kosten der Maßnahme übernahm. Ein besonderer Dank gilt dem Team des Trainingsbergwerks für die fachkundige Begleitung und die praxisnahe Gestaltung der Übungen.
Für die Kameraden aus Steinfeld und Osterfeine war der Tag eine außergewöhnliche Erfahrung. Sie kehrten mit vielen neuen Eindrücken und wertvollen Erkenntnissen zurück, die auch bei zukünftigen Einsätzen eine wichtige Rolle spielen können.
Wer das Trainingsbergwerk einmal selbst erleben möchte:
Trainingsbergwerk Recklinghausen e.V.
Wanner Str. 30
45661 Recklinghausen
📞 02361 – 3038910
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