Scheunenbrand mit Ausbreitungsgefahr – mehrere Gebäude betroffen






Stichwort: Feuer 3 - Scheunenbrand - Einsatz Nr. 041 /2026
Am 09. Mai 2026 wurde die Feuerwehr Steinfeld um 18:45 Uhr zunächst mit dem Einsatzstichwort „Feuer 2 - Scheunenbrand“ alarmiert. Bereits auf der Anfahrt informierte die Einsatzleitstelle darüber, dass ein weiteres angrenzendes Gebäude Feuer gefangen habe. In der Folge wurde das Einsatzstichwort auf Feuer 3 erhöht.
Kurze Zeit später erfolgte eine weitere Lagemeldung: Ein unmittelbar angrenzendes Wohnhaus sei durch die Brandeinwirkung bedroht beziehungsweise weise bereits erste Schäden durch Hitzeeinwirkung auf. Noch vor dem Eintreffen an der Einsatzstelle ließ der stellvertretende Gemeindebrandmeister (stv. GBM) daher umgehend die Feuerwehr Osterfeine zur Unterstützung nachalarmieren.
Lage beim Eintreffen
Beim Eintreffen des stv. GBM sowie der ersten Einsatzkräfte stellte sich die Lage wie folgt dar: Eine mit einer Photovoltaikanlage ausgestattete Scheune stand bereits in voller Ausdehnung in Brand. Ein direkt angrenzendes, zur Scheune hin offen gebautes landwirtschaftliches Gebäude mit Maschinen brannte im Bereich des Dachstuhls ebenfalls bereits massiv. Dichter Rauch drang aus sämtlichen Fenstern und Öffnungen.
Zwischen beiden Gebäuden befand sich ein Kleinwagen, der sich bereits im Vollbrand befand.
Auf der gegenüberliegenden Seite lag ein Wohnhaus mit angeschlossener Scheune, deren Dachboden vollständig mit Stroh beladen war. Durch die enorme Wärmestrahlung waren die Fensterscheiben des Wohnhauses zur Brandseite bereits gerissen beziehungsweise geplatzt. An der Hauswand befestigte Gegenstände sowie gelagerte Materialien, unter anderem Außenlampen, zeigten deutliche Hitzeschäden und begannen bereits zu rauchen. Zudem hatte sich im vorderen Bereich Moosbewuchs auf den Eternitplatten der angrenzenden Scheune entzündet.
Einsatzmaßnahmen
Das zuerst eintreffende HLF 2 der Feuerwehr Steinfeld wurde unmittelbar zur Riegelstellung eingesetzt, um das Wohnhaus mit angeschlossener Scheune zu schützen. Diese Maßnahme zeigte trotz der erheblichen Wärmestrahlung Wirkung, sodass eine Brandausbreitung auf das Gebäude verhindert werden konnte.
Das nachrückende HLF 1 der Feuerwehr Steinfeld übernahm parallel die Herstellung der Wasserversorgung über einen Hydranten auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Zeitgleich wurde ein Löschangriff mit mehreren Strahlrohren auf das brennende landwirtschaftliche Gebäude eingeleitet.
Zu Beginn des Einsatzes stand zunächst nur begrenzt Löschwasser zur Verfügung, was die eingeleiteten Maßnahmen erschwerte. Erst nach dem Eintreffen weiterer Kräfte konnte durch den Aufbau einer zusätzlichen Wasserentnahmestelle eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden.
Die Feuerwehr Osterfeine rückte mit HLF und TLF über die Lehmder Straße an und legte den letzten Teil der Strecke zu Fuß über ein angrenzendes Feld zurück, um die Einsatzstelle zu erreichen. Sie stellte im weiteren Verlauf eine eigenständige Wasserversorgung sicher und unterstützte die laufenden Löschmaßnahmen.
Zur Unterstützung aus erhöhter Position wurde die Drehleiter der Feuerwehr Damme im Innenhof in Stellung gebracht und gezielt zur Brandbekämpfung eingesetzt.
Einsatzverlauf
Im weiteren Verlauf des Einsatzes kam es zum Einsturz der zuerst brennenden Scheune. Zudem stürzte der gemauerte Schornstein des landwirtschaftlichen Gebäudes in den Einsatzbereich.
Aufgrund der großen Mengen an brennendem Stroh wurde ein Bagger mit Greifer hinzugezogen. Mithilfe des Geräts konnten Gebäudeteile geöffnet sowie das Brandgut auseinandergezogen werden. Dadurch wurden gezielte Nachlöscharbeiten ermöglicht.
Im weiteren Verlauf wurden sowohl das Stroh als auch das betroffene Gebäude unter Einsatz von Netzmittel abgelöscht, um ein erneutes Aufflammen nachhaltig zu verhindern.
Besondere Vorkommnisse
Während des Einsatzes erlitt eine Einsatzkraft kurzzeitige Kreislaufbeschwerden und wurde durch den vor Ort befindlichen Rettungsdienst versorgt. Die Person konnte anschließend aus dem Einsatz herausgelöst werden.
Die Lehmder Straße war während der gesamten Einsatzdauer voll gesperrt.
Trotz der dynamischen Lage und der erheblichen Brandausbreitung konnte durch das abgestimmte Vorgehen aller eingesetzten Kräfte eine Ausbreitung auf das Wohnhaus erfolgreich verhindert werden.
Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung durch die direkten Anwohner, die die Einsatzkräfte, während der Arbeiten mit Getränken versorgten, obwohl vor Ort zeitgleich ein Kindergeburtstag stattfand.
Für diese Hilfsbereitschaft möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Gleichzeitig möchten wir dem Geburtstagskind nachträglich alles Gute wünschen, auch wenn die Feier durch den Einsatz der Feuerwehr leider eine unerwartete Wendung genommen hat.
Eingesetzte Kräfte und Mittel
- Feuerwehr Steinfeld
- Feuerwehr Osterfeine
- Feuerwehr Damme (Drehleiter)
- Rettungsdienst (RTW) des Malteser Hilfsdienstes
- Polizei (Streifenwagen sowie TOG-Einheit)